MARIA 2.0

Thesenanschlag an den Kirchentüren

Der Pfarreirat unserer Gemeinde beschäftigt sich auch mit der Aktion Maria 2.0 und hat ein Thesenpapier an unsere Kirchentüren befestigt.

„An alle Menschen, die guten Willens sind!

In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern.  Denn Menschenrechte und Grundgesetz garantieren allen Menschen gleiche Rechte – nur die katholische Kirche ignoriert das. Mannsein begründet heute Sonderrechte in der Kirche.
#gerecht: gleiche Würde – gleiche Rechte

In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt.
Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten.
#partizipativ: gemeinsame Verantwortung

In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft.
Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu solchen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung.
#glaubwürdig: respektvoller Umgang und Transparenz

Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft.
Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild und wird von der Mehrheit der Gläubigen nicht mehr ernst genommen.
#bunt: leben in gelingenden Beziehungen

In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes.
Denn die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existentielle Krisen gestürzt.
#lebensnah: ohne Pflichtzölibat

Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens; es gehört ihr nicht.
Denn Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger haben das Vertrauen in die Kirche tiefgreifend erschüttert und schwinden lassen.
#verantwortungsvoll: nachhaltiges Wirtschaften

Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs.
Denn die Kirchenleitung hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Sie schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen und sich im Sinne des Evangeliums für eine gerechte Welt einzusetzen.
#relevant: für Menschen, Gesellschaft und Umwelt.“

 

Liebe Gemeinde!

Dieses Thesenpapier  wurde am 21.02.2021 (noch vor der Bischofskonferenz) bzw. ab dem 21.02.2021 an vielen Dom- und Kirchentüren quer durch das Bundesgebiet angebracht. Die Thesen weisen auf eklatante Missstände in der katholischen Kirche hin und untermauern Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen, geschwisterlichen und vielgestaltigen Kirche – so und ähnlich ist es im Internet zu lesen. Angefangen hat die Idee oder Reformbewegung Maria 2.0 schon vor Jahren in einem Lesekreis in der Heilig Kreuz Gemeinde in Münster. Bereits im Mai 2019 gab es Aktionen sowie einen Offenen Brief an Papst Franziskus. In unserer Pfarrgemeinde sind wir 2019 ebenfalls aktiv geworden, haben Veränderungswünsche zum Ausdruck gebracht und die Aktion Maria 2.0 unterstützt: Jedoch auf unsere Weise, und zwar mit und in der Kirche – wir wollten bewusst nicht draußen bleiben! Jetzt möchten wir mit der Veröffentlichung der Thesen in unseren Kirchen ebenfalls Solidarität und Unterstützung zeigen. Wir möchten Teil einer lebendigen, glaubwürdigen, einladenden Kirche sein!

Der Pfarreirat