Ostergedanken

Messdiener von St. Margaretha bleiben Ostern zu Hause und wünschen „Frohe Ostern“

Liebe Gemeinde!

Liebe Schwestern und Brüder!

Im Namen des ganzen Seelsorge-Teams darf ich Ihnen frohe und gesegnete Ostern wünschen. Christus ist auferstanden. Er ist seinen Weg hinauf nach Jerusalem gegangen. Im tiefen Gottvertrauen durchlebte und durchlitt er die dunkelsten Stunden seines Lebens, bis zum Tod am Kreuz. Doch sein Vater hat ihn nicht im Tod gelassen. Er hat ihn auferweckt. Er lebt. Gottes Liebe ist stärker als Tod und alles Leid dieser Welt. Das ist Grund zu großer Freude und stimmgewaltigem Jubel. Doch all das können wir in diesem Jahr nicht so wie es uns von Beginn unseres Lebens an möglich war gemeinsam feiern. Das verwirrt und schmerzt uns. Versucht doch gerade die Feier der Liturgie der Kar- und Ostertage dies in vielfältigen und ganz unterschiedlichen Zeichen zum Ausdruck zu bringen und für uns so begreiflich zu machen und für uns zu erschließen. Noch nie, solange die meisten von uns denken können, gab es eine so umfassende Durchkreuzung unseres öffentlichen und privaten Lebens, wie jetzt durch das Corona-Virus. Und das weltweit und in unmittelbarer Nähe. Nur schrittwiese erkennen wir, was das alles für uns bedeutet. So sind wir in diesem Jahr auf das Lesen der Heiligen Schrift, das Gespräch in der Familie und das gläubige Mitfeiern der Geheimnisse dieser Tage in den Medien, Fernsehen und Internet angewiesen. Das ist ganz bestimmt nicht so wie in unserer Kirche, wie in der gewohnten und vertrauten Gemeinschaft, in der wir uns wohl fühlen und zu Hause sind. Mehr noch schmerzt uns aber das unaussprechliche Leid, das über so viele Menschen auf der ganzen Erde gekommen ist. Die täglichen Nachrichten und Bilder über die vielen Kranken, Sterbenden und Toten in Italien, Spanien, Frankreich, den Vereinigten Staaten und den vielen Ländern dieser Welt bestürzen uns. Die Not vieler Ärzte, Schwestern und Pfleger, die bis an die äußersten Möglichkeiten ihrer Kräfte gehen, trifft uns ins Herz. Und dabei wissen wir, dass wir immer nur ein Ausschnitt dieser Krise sehen. Vieles was über die äußere Form der Pandemie hinaus geht, bleibt verborgen. Hinter mancher Tür verbirgt sich in diesen Wochen eine große Angst um die Zukunft, eine stille Einsamkeit und die immer neue Frage wie es weitergeht und wann es wohl besser wird. Viele Menschen haben in diesen Tagen ein hohes Maß an Dank, Anerkennung und Solidarität verdient, in Lebensmittelgeschäften, der Polizei, der Feuerwehr, in den Nachbarschaften. Die aufeinander Acht geben und füreinander sorgen. Auf vielfältige Weise stehen sie in dieser ganzen außergewöhnlichen Situation den Menschen bei in den sozialen, diakonischen und caritativen Diensten und Einrichtungen, in den Krankenhäusern, Pflegeheimen, in der Telefon-, Gefängnis- und Krankenhausseelsorge und der Notfallseelsorge, in der Seelsorge für Menschen mit Behinderungen, aber auch in der Senioren- und Altenheimseelsorge oder in der Palliativ- und Hospizseelsorge, um nur einige zu nennen, die unermüdlich ihren Dienst tun unter sehr erschwerten Bedingungen. Denn alles menschliche Leben ist betroffen. Viele lassen sich einbinden um zu helfen. Sie stellen sich den Sorgen und Ängsten – oft selbst erschöpft, beängstigt und in Sorge um ihre Lieben und ihr eigenes Leben. Sie alle machen es möglich, dass das Leben von kranken und alten Menschen geschützt wird. Denn unser weithin sicher geglaubtes Leben erfahren wir als zutiefst verletzlich und zerbrechlich. Jede menschliche und liebevolle Zuwendung ist wichtig. Sind es doch Zeichen der Solidarität und helfen zur Überwindung von Einsamkeit, Hilflosigkeit, Angst und Niedergeschlagenheit. Von dem, was wir in diesen Tagen und Wochen erleben, sind die Jünger Christi weit entfernt. Und dennoch ist ihr ganzes Leben durchkreuzt und auf den Kopf gestellt. Sie müssen Repressalien ja sogar den Tod fürchten, weil sie, so wird ihnen vorgeworfen, dem „falschen Propheten“ Jesus gefolgt sind. Ihr ganzes Leben scheint gescheitert zu sein. Mit seinem Tod am Kreuz ist alles dahin. Obwohl er vorher schon von seiner Auferstehung gesprochen hatte, waren das für sie nur leere Worte. Und dann erzählen die Evangelien, berichten ihnen die Frauen, die zum Grab gegangen waren von etwas Unglaublichem. Das Evangelium der Osternacht berichtet:

In der nicht-öffentlichen Osternachtsfeier richtet Pfarrer Jonas die diesjährige Osterkerze mit Unterstützung der Küsterin Hedwig Vorwerk her.

Mt 28, 1-10 – Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Mágdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.

 Auffällig ist, dass die Frauen glauben. Sie sehen, hören, umfassten seine Füße und glauben. Christus, der tot im Grab gelegen hat, lebt. Doch er ist ein Anderer. Er ist der, den sie kannten und doch verwandelt. So lebt er nicht einfach sein Leben von Karfreitag weiter. Auferstehung heißt nicht Fortsetzung des alten Lebens. Das bringt ein neues Licht in ihr Leben. Auch ihr Leben verändert sich, es ist nicht mehr das gleiche wie vorher. Wenn sie auch äußerlich die gleichen Dinge tun wie vorher, so tun sie sie jetzt doch anders. Sie wissen Christus ist wirklich der Messias, der Retter und Erlöser der Welt. Gott ist treu. Er steht zu seinem Wort und hat die Menschen nicht verlassen. Genauso treu ist Christus seinen Weg gegangen. Voll Vertrauen auf den Vater. Mit der Bitte, dass der Kelch an ihm vorübergehen möge, aber nicht sein, sondern des Vaters Wille soll geschehen. Mehr noch als die Jünger Jesu konnten die Frauen als erste auf diesen Weg mit einschwingen. Sie sahen, hörten, erkannten Jesus und durften ihn berühren. Während die Jünger, wie uns die Evangelisten berichten, noch vielfach voller Zweifel waren, bis hin zum sprichwörtlich gewordenem „Zweifler Thomas“. Die Auferstehung Jesu sprengt das Gesetz der Vergänglichkeit dieser Welt und sie bewirkt eine Hoffnung für uns Menschen. Diese Botschaft von der Auferstehung Jesu ist wie ein gutes Licht in dunklen und bitteren Zeiten unseres Lebens. Es gibt Hoffnung und eröffnet eine Perspektive über unseren Horizont hinaus. Sicherlich, die Zusage, dass wir über den Tod hinaus bei Gott Leben haben. Doch diese Perspektive will unser Leben schon jetzt verändern und prägen. Unser Leben in einem anderen Licht erscheinen lassen. Das Schwere in unserem Leben bleibt uns nicht erspart. Doch mit Blick auf Christus sehen wir, dass all dem Dunklen und Bösen dieser Welt die Macht genommen ist. Christus ist für uns den schweren Weg gegangen und hat das Tor zum Leben geöffnet. Vielleicht ist diese Erfahrung die tiefste Motivation für so viele Menschen sich grad in dieser Zeit, in die Gott uns hineingestellt hat, sich zu engagieren für das Leben und die Liebe. Sich einzusetzen und ihre eigenen Wünsche hintenanzustellen, um das Leben möglich zu machen.

Pfarrer Jonas entzündet am Ostermorgen die Osterkerze

Christus ist auferstanden, er lebt und führt uns ins Leben in Fülle!

So wünsche ich Ihnen allen frohe und gesegnete Ostern. Mögen Sie gestärkt durch die Botschaft des Osterfestes Ihren Weg gehen und Ihrem Leben mit dem Siegel der Auferstehung eine göttliche Prägung geben.

Alles Gute und bleiben Sie gesund

In tiefer innerlicher Verbundenheit

Ihr Pastor Ludger Jonas

Pater Alex trägt in der Osternacht die Osterkerze in Sankt Marien Halen

Osterkerzen liegen in der Kirche bereit. Ebenso können Palmzweige aus den Bänken mit nach Hause genommen werden.